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15 Jahre euro net |
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Seinen 15. Geburtstag feierte das Netzwerk im Frühjahr
2011 in Kaltern / Südtirol (IT). Hier die dazu erstellte
Presseerklärung: |
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Münster: Als sich euro net, das Netzwerk europäischer
Fachleute in Sachen Suchtprävention, vor 15 Jahren
gründete, da lag die heutige Haupt-Zielgruppe mehrheit-
lich noch in den Windeln oder war noch gar nicht geboren.
An Jugendliche, manchmal Kinder, und zunehmend auch
an deren Eltern, Schulen und Arbeitgeber richten sich
Hilfeangebote gegen Alkohol-, Tabak-, Cannabis- oder
anderen schädlichen Suchtmittelkonsum. 16 EU-Länder
plus Schweiz und Russland profitieren inzwischen von
konkreten Praxisprojekten unter dem euro net-Label. euro net- Präsident
Carlo Baeten (CAD Limburg/Belgien) und Wolfgang Rometsch, Geschäftsstelle
euro net (Landschaftsverband Westfalen-Lippe - LWL) erklären Ziele, Inter-
ventionskonzepte und Wissenstransfer einer europäisch ausgerichteten
Suchtvorbeugung. |
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Frage: Mal zeigen Web-Suchmaschinen ein Spieleportal, mal ein
Finanzdienst-Rechenzentrum: Was ist euro net wirklich? |
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Baeten: Unser euro net ist ein Netzwerk europäischer Organisationen und
Institutionen der Suchtprävention. Es wurde 1996 rund um das erste, von der
EU geförderte Praxisprojekt ‚euro peers – Suchtprävention in Schulen‘ eta-
bliert, bei dem – kurz gesagt – Teenager dafür qualifiziert wurden, unter
Ihresgleichen (engl.: peers) Aufklärung vor Suchtgefahren zu leisten. Damals
waren zehn EU-Länder mit von der Partie, darunter die eigentlichen »Gründer-
nationen «Österreich, Belgien, Frankreich und Deutschland. Zu unserem
15. Geburtstag haben wir gerade unser 18. Mitglied aufgenommen, eine
Kollegin aus dem National Bureau for Drug Prevention in Polen. |
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Frage: Was will euro net außer halbjährlichen Treffen in den
Partnerländern? |
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Rometsch: Ziel unter dem supranational-europäischen
Einigungsgedanken ist die Förderung und Stabilisierung
grenzübergreifender Zusammenarbeit, insbesondere aber
der Austausch von Konzepten und national bisweilen sehr
unterschiedlichen Erfahrungen bei der Suchtprävention.
Dies geschieht ganz überwiegend entlang konkreter Praxis-
projekte. |
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Frage: …als da wären…? |
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Rometsch: … zum Beispiel die Russische Föderation, ein
assoziiertes euro net-Mitglied, wo noch im vergangenen Jahr
elf weitere Trainer für das Peer-Programm ausgebildet |
wurden. Dieser Peer-Ansatz setzt darauf, dass Gesundheits-Botschaften sehr
viel nachhaltiger von Gleichaltrigen oder von Menschen mit ähnlichem Status in
Empfängergruppen hinein transportiert werden als von mehr oder minder frem-
den Autoritäten. Die nächste Fortbildung dieser Art ist kommenden Herbst in
Rumänien. |
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Baeten: … oder als da zum Beispiel wären die EU-Projekte zur Früh- und Kurz-
intervention. Unter dem Kürzel »FreD –Frühintervention bei erstauffälligen
Drogenkonsumenten« sind sie zunächst in Deutschland und dann in zwölf wei-
teren europäischen Ländern – von Island bis Zypern, von Lettland bis Spanien –
erfolgreich erprobt worden. Dabei haben insgesamt fast tausend erstmals er-
tappte Jugendliche unter dem Motto ‚Infokursus statt Kriminalisierung‘ ein neun-
stündiges Beratungsangebot aus Einzel- und Gruppengespräch bekommen, um
die im Schnitt knapp 17-Jährigen vor drohender Strafverfolgung zu bewahren.
An der Ausbreitung von FreD wird exemplarisch deutlich, wie zunächst national
erprobte Antworten auf Suchtprobleme sinnvoll und erfolgreich in EU-Nachbar-
länder mit vergleichbaren Problemlagen exportiert werden können. Nicht nur,
dass man sich damit Doppelarbeit erspart: Gerade das FreD-Konzept hat während
seiner dreijährigen Erprobung auf EU-Ebene auch wertvolle Weiterentwicklungen
erfahren, etwa durch die Ausweitung auf die Auffälligkeitsbereiche Schule, Arbeits-
platz und Jugendeinrichtungen oder durch die Einbeziehung alkoholauffälliger
Jugendlicher zusätzlich zu erstmalig erwischten Cannabis-Konsumenten. |
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| Frage: Apropos vergleichbare Problemlagen – worin bestehen die? |
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Rometsch: In den ersten Jahren von euro net war Cannabis in den EU-Staaten
die am stärksten verbreitete illegale Droge. Um die Jahrtausendwende schwankte
der Konsum unter den 15- bis 16-Jährigen zwischen fünf Prozent etwa in Portugal
und Finnland und 40 Prozent in Irland und Großbritannien. In Deutschland haben
immer noch mehr als ein Viertel der unter 25-Jährigen Cannabis-Erfahrung, schon
Zwölfjährige fallen gelegentlich als Kiffer auf. Heute sehen wir mit ebenso großer
Sorge den exzessiven Alkoholkonsum Jugendlicher. Wirksame Konzepte dagegen
stehen erst am Anfang. |
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| Frage: Wie könnten die aussehen? |
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Baeten: Seit März 2010 erproben wir das EU-Projekt ‚Take care‘. Sein Ziel ist,
Jugendlichen Strategien für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der
Alltagsdroge Alkohol an die Hand zu geben. Dabei werden in einem so genannten
Mehrebenenansatz nicht nur Jugendliche selber angesprochen, sondern auch
deren Eltern, Schlüsselpersonen wie etwa Lehrer und nicht zuletzt Beschäftigte
im Einzelhandel. Hierbei liegt der Fokus auch auf der flächendeckenden und nach-
haltigen Einhaltung gesetzlicher Jugendschutzbestimmungen. Zehn euro net-
Mitglieder kooperieren in dem auf 33 Monate angelegten Projekt. Seine Ergeb-
nisse werden wie bei früheren Projekten auch in Praxis-Handbüchern, Fachbro-
schüren und Fortbildungen für die europäische Präventionspraxis einfließen. |
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